3. Etappe

"Einmal über den Atlantik in die Karibik segeln!"

.... ein Wunsch, ein Traum, den viele von uns Seglern insgeheim hegen!?! ...

Uwe Führer war so überwältigt, dass er diese Seereise begeistert schilderte.

 

Der Traum ging für diese vier am 26. 11.1990 in Erfüllung:
Teilnehmer dieser 3. Etappe waren Günter Püstow, Hartmut Püstow, Uwe Führer und "Schopper" Gert Heise

 

"Der Skipper" Günter Püstow.
Unten der Autor Uwe Führer

Clubfreund Günter Püstow machte es möglich: im Sommer '90 bot er mir die Chance und ich griff zu.
So warfen 4 Männer am 26.11.1990 im Hafen von PUERTO RICO/GRAN CANARIA die Leinen der "NO PROBLEM" los und ab ging's auf einer Hallberg/Rassey in Richtung Passatwinde.
Der erste Kurs zeigte in Richtung der KAP VERDEN, weil in den dortigen Breiten - 16° N - zu dieser Jahreszeit die beständigsten Ost-WEstwinde zu finden sind.
Die Bunker der "NO PROBLEM" waren randvoll mit Diesel, Frischwasser und sonstigem Proviant gefüllt.
Skipper Günter und sein Bruder Hartmut waren bereits sturmgeprüft. Sie hatten im September und Oktober die wilden Wellentänze im Englischen Kanal und in der Biskaya miterleben dürfen; die beiden anderen (Snooper und ich) mußten sich erst noch bewähren.
Der "GROSSE ATLANTIK" war auf dieser ersten Etappe äußerst friedlich; zeitweise zeigte er sich sogar platt und glatt wie ein "öliger Teppich" auf See.
Dafür begeisterten uns wunderbare Sonnenauf- und untergänge mit bislang nicht gekannten Farbtönen über den ganzen Himmel. Nachts erlebten wir von Horizont zu Horizont eine Sternenwelt, die jedes Seglerherz in freudige Erregung versetzt.
Ergänzt wurden diese unvergeßlichen Eindrücke durch unsere bordeigene "Delphin-Show", bei der sich 10 bis 12 dieser intelligenten Wesen um den Bug spielend herumtummelten, wobei die Freude hierüber offensichtlich auf Gegenseitigkeit beruhte.
Das Ganze wurde noch abgerundet von häufig auftauchenden fliegenden Fischen; sie durchbrachen urplötzlich in einem Schwarm von 15 bis 20 Artgenossen die Oberfläche und flogen ca. 150 Meter weit dicht über dem Wasser und waren ebenso schnell wieder verschwunden; einige landeten nachts unfreiwillig bei uns an Bord.
Nach 7 Tagen und 7 Nächten kamen die KAP VERDEN in Sicht; zur Ergänzung unseres verbrauchten Trinkwassers entschloß sich der Skipper, den Hauptversorgungshafen der Inselgruppe anzulaufen.
So hatten wir nach 955 Sm nun wieder Land unter den Füßen, weitere über 2ooo Sm bis zu den ersten karibischen Inseln standen uns noch bevor.
Der Landurlaub auf den KAP VERDEN war auf die 25.000-Einwohnerstadt MINDELO beschränkt und von zwei konträr wirkenden Ereignissen/Erlebnissen bestimmt:
Da war einmal das lange quälende Warten auf das Nachbunkern von Frischwasser und Diesel unter sengender Sonne (äußerst feuchtheißes Klima) und andererseits die höchst interessante Begegnung mit der lauten Betriebsamkeit in den Gassen einer Hafenstadt, die sehr stark vom portugiesischen Kolonialstil geprägt ist.

 

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